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„Die Hilfen in der Toolbox – von gesetzlichen Regelungen bis hin zu Schulungsangeboten – sind ein Schatz. Ein einfaches Nachschlagewerk, in dem schnell das passende Unterstützungsangebot zu finden ist“, sagt Martin Bummer, Vorstandsvorsitzender der Stiftung St. Elisabeth in Hechingen. Gemeinsam mit Stephan Schmiedl, Haustechniker und Fachkraft für Arbeitssicherheit, berichtet der Heimleiter, der Alten- und Pflegeheime St. Elisabeth Hechingen und St. Josef Haigerloch, über die Erfahrungen mit der Online-Selbstbewertung.

Wie sind Sie auf www.gesund-pflegen-online.de aufmerksam geworden?
Vor vier Jahren haben wir bereits am RisikoQuickCheck, der Online-Selbstbewertung für die Altenhilfe in Baden-Württemberg, teilgenommen. Schon damals konnten wir viele Anregungen für den Praxisalltag mitnehmen. Um den Arbeits- und Gesundheitsschutz in unseren Einrichtungen weiter zu fördern, nutzen wir jetzt das neue GDA-Angebot gesund-pflegen-online.de. Die Online-Analyse erweitert den RisikoQuickCheck und ist deshalb genau das richtige Angebot für uns.

Wie lange haben Sie für die Online-Selbstbewertung benötigt?
Auf Grund unser Erfahrungen mit dem Fragebogen des RisikoQuickCheck hat die Online-Selbstbewertung von gesund-pflegen-online.de maximal eine halbe Stunde gedauert.

Wie sind Sie vorgegangen?
Das erste Mal haben wir die Fragen der Selbstbewertung gemeinsam mit der Pflegedienst- und Hauswirtschaftsleitung, der Hygienefachkraft und dem Betriebsarzt beantwortet. Jetzt führen wir die Selbstbewertung für beide Häuser in regelmäßigen Abständen durch. Diese Aufgabe übernehmen zwei Personen, die die Ergebnisse dokumentieren und auf einer der Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses zur Bearbeitung präsentieren.

Was finden Sie an der Online-Selbstbewertung besonders hilfreich und wie setzen Sie die Analyseergebnisse im Haus um?
Wir konnten die Online-Analyse in den vergangenen zwei Jahren vielseitig nutzen. gesund-pflegen-online.de hat uns Schwachstellen aufgezeigt. Die Toolbox war hilfreich, um gleich die richtigen Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten.

Nach Durchführung der Analyse priorisieren wir die Ergebnisse und bearbeiten einzelne Themen. Wir haben herausgefunden, dass insbesondere beim Thema Psychische Belastungen Verbesserungspotenzial besteht. Als erstes widmeten wir uns deshalb dem Thema Stress. Um die Stresssituationen zu verbessern, führen wir seit zwei Jahren einmal im Monat ein Team-Coaching für jedes unserer Pflegeteams in beiden Einrichtungen durch. Auf Grund der positiven Rückmeldungen, seitens der teilnehmenden Mitarbeiter, erweiterten wir das Team-Coaching ab 2012 und bieten es jetzt auch Betreuungskräften nach § 87b SGB IX an. Das sind Kräfte, die beispielsweise dafür ausgebildet sind, den zusätzlichen Betreuungsbedarf von Demenzkranken und psychisch Kranken abzudecken.

Natürlich sind auch die Führungskräfte psychisch belastet. Daher haben unsere Führungskräfte, von der Pflegedienstleitung bis zur stellvertretenden Wohnbereichsleitung, an dreitägigen Anti-Stressseminaren der BGW für Führungskräfte teilgenommen. Gemeinsam mit der Seminarleitung wurden die Ergebnisse ausgewertet und ein Maßnahmenkatalog entwickelt.

Zusätzlich wollen wir die Gesamtsituation im Arbeits- und Gesundheitsschutz verbessern, indem wir die Selbstverantwortung der einzelnen Mitarbeiter stärken. Dabei haben wir Anregungen aus der Online-Analyse aufgegriffen. Zusammen mit der AOK Baden-Württemberg haben wir eine Seminarreihe entwickelt, an der die Beschäftigten teilnehmen können. Neben theoretischen Vorträgen werden insbesondere praktische Übungen und Angebote vorgestellt. Dort geht es zum Beispiel um Rückenschulung, Entspannungstechniken wie Qigong, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung, sowie Übungen mit dem Flexi-Bar. Durchschnittlich gut 20 Prozent unserer Mitarbeiter nutzen die unterschiedlichen Schulungsangebote. Auf Grund dieser hohen Resonanz werden einige Themenabende bereits doppelt angeboten.

Die Gefährdungsbeurteilung der einzelnen Arbeitsbereiche ist ein Dauerthema. Die Bereiche Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung wurden in einer ersten Runde bearbeitet. Aktuell beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Gefahrstoffe.

Was hat sich dadurch konkret in Ihrer Einrichtung verbessert?
Das Gesundheitsbewusstsein innerhalb der Belegschaft ändert sich spürbar in Richtung mehr Eigenverantwortung. Belastungssituationen außerhalb des Arbeitsfeldes werden eher erkannt und entsprechende Maßnahmen ergriffen und gegebenenfalls Hilfe gesucht. Weiterhin haben wir Regeln zur Kommunikation zwischen den Führungskräften und zwischen Führungskräften und Mitarbeitern entwickelt und vereinbart. Dadurch hat sich die Kommunikationssituation insgesamt verbessert. Wir sind jetzt auf stressbedingte Situationen gut vorbereitet und können auf diese entsprechend reagieren.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Ein schwelender Beziehungskonflikt unter Pflegenden innerhalb eines Pflegeteams wird im monatlichen Coaching des Teams bewusst angesprochen, analysiert und gemeinsam eine Lösung gesucht und umgesetzt. Dies verbessert die Teamarbeit und es herrscht deutlich „bessere Stimmung“ innerhalb der Teams.

Auch wirtschaftlich hat die Auswertung dieser Maßnahmen eine positive Kosten-Nutzen-Rechnung ergeben. Der „persönliche Rückzug“ bei Konflikten, „Kurzerkrankungen“ und andere Formen der „Auszeit“ haben spürbar nachgelassen.

Was ist aus Ihrer Sicht der wichtigste Erfolgsfaktor für gesund-pflegen-online.de?
Dass gesund-pflegen-online.de jetzt bundesweit allen Pflegeunternehmen zur Verfügung steht. Die Fragen der Online-Selbstbewertung sind leicht verständlich. Die Hilfen in der Toolbox – von gesetzlichen Regelungen bis hin zu Schulungsangeboten – sind ein Wissensschatz. Ein einfaches Nachschlagewerk, das zu jedem Thema schnell die rechtliche Situation darstellt und das passende Unterstützungsangebot bietet. Wir sind von dem Angebot überzeugt und machen dafür Werbung bei den Kollegen aus anderen Einrichtungen und Diensten.